Pfarreiengemeinschaft Wellingholzhausen.Gesmold

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Impuls zum 1. Advent - von Sarah Twyrdy

Beginn der Adventszeit und des neuen Kirchenjahres. 
Auch dieses Jahr, trotz Corona. 

Wieder ein "anderer" Advent... positiv oder negativ? Das liegt wohl in den Augen der Betrachter*innen und der Situationen. 

Ich kann und will mich heute nicht für eine Seite entscheiden. 
Sie sind beide da - wie immer eigentlich, egal ob mit oder ohne Corona. 
Positives wie Negatives prägt unser Leben und Gott geht jeden Weg mit uns. Er hört jede Klage und jeden Frust, aber auch jede Freude und jeden Dank. 

Ich lese gerade das Buch "Das Lavendelzimmer" von Nina George - ich bin noch nicht weit, kann es also noch nicht wirklich empfehlen, aber schon auf den 1. knapp 50 Seiten hat es mir viele spannende Impulse geschenkt...  

Unter anderem erzählt der Protagonist "Perdu" von seiner Sehnsucht eine Enzyklopädie der Allerweltsgefühle zu schreiben. "Von A wie 'Angst vor Anhalten' über F wie 'Frühaufsteherstolz' bis Z wie 'Zehenschüchternheit'..." (Seite 31)

Die Stelle hat mich erneut darüber nachdenken lassen wie vielfältig wir Menschen sind und mit wie vielen verschiedenen Gefühlen wir uns täglich auseinandersetzen müssen und dürfen... 

Was das mit dem 1. Advent zu tun hat? Naja... Gott wird Mensch, das feiern wir Weihnachten - jedes Jahr wieder. Nichts menschliches ist ihm fremd, er hat es ja selbst erlebt.
Daher bietet sich die Adventszeit - die Zeit des Wartens (in diesem 2. Coronajahr), meiner Meinung nach, gut dafür an sich mit den eigenen Gefühlen und denen anderer auseinanderzusetzen.
Und zwar ganz bewusst, sie nicht abzutun, sondern sie zuzulassen und darüber ins Gespräch zu kommen. Im Gebet oder mit anderen Menschen. 
Vielleicht keine ganze Enzyklopädie zu verfassen, aber ein Alphabet? Ein Gefühl, das im Moment zum Leben dazu gehört, zu jedem Buchstaben... positive und negative und die, die wir nicht klar zuordnen können. 

Schickt mir gerne eure Gefühlssammlungen, vielleicht kann dann doch eine dicke Enzyklopädie entstehen... Oder teilt hier einzelne Gefühle anonym.

Wie man Gefühlen auf die Spur kommt?
In sich hineinhören, beten, mit andern Menschen ins Gespräch kommen, einen Tee/Kaffee trinken oder eine Kerze anzünden, es sich gemütlich machen oder unterwegs sein... mal braucht es richtig viel Zeit, mal geht es ganz schnell... 

Für die "Schnellen", die sich anstrahlen und inspirieren lassen mögen.
Für die, die eine ganz kurze Auszeit für sich brauchen und sich vielleicht auch ein schnelles Gebet gönnen wollen, habe ich mich von der Idee des neuen Jahres inspirieren lassen und eine Wunderkerze entzündet. Sie funkelt für alle aufgestauten und herausgelassenen Gefühle der letzten Zeit und für diese, die sich in diesem Advent Raum nehmen. 


Einen wunderbaren Start in die Adventszeit und bereicherndes Einlassen auf die eigenen Gefühlswelten.
Gottes Segen dazu!

Sarah Twyrdy
Gemeindereferentin





Ausdruck von: pfarrwege.de/
Datum: 01.12.2021